Der posterolaterale Zugang zur Tibia wird verwendet, um die mittleren zwei Drittel der Tibia freizulegen, wenn die Haut über der subkutanen Oberfläche stark vernarbt oder infiziert ist.
Der posterolaterale Zugang zur Tibia kann unter anderem folgende Zwecke erfüllen:
- Offene Reposition und interne Fixierung von Tibiafrakturen.
- Knochentransplantation bei Nichtvereinigung oder verzögerter Heilung.
- Implantation elektrischer Stimulatoren.
- Exzision oder Biopsie von Knochenläsionen.
- Osteotomie.
- Fibularesektion zur Fibulaverlagerung.
Position des Patienten
Legen Sie den Patienten auf die Seite, sodass das betroffene Bein nach oben zeigt. Schützen Sie die Knochenvorsprünge am unteren Bein, um die Entstehung von Druckgeschwüren zu vermeiden.
Wahrzeichen und Einschnitte
Sehenswürdigkeiten:
Einschnitt:
- Machen Sie einen Längsschnitt über dem seitlichen Rand des Musculus gastrocnemius.
- Die Länge des Einschnitts hängt von der Länge des Knochens ab, der freigelegt werden muss.
Internervöse Ebene
Der internervöse Plan für den posterolateralen Zugang zur Tibia liegt zwischen:
Nervus tibialis (hinteres Kompartiment), der innerviert:
- Gastrocnemius-Muskel.
- Soleus-Muskel.
- Musculus flexor hallux longus.
Oberflächlicher Peroneusnerv (laterales Kompartiment), der innerviert:
- Musculus peroneus brevis
- Musculus peroneus longus.
Oberflächliche Dissektion
- Klappen Sie die Hautlappen zurück und achten Sie dabei darauf, die Vena saphena parva nicht zu beschädigen, die von hinter dem Außenknöchel nach oben an der posterolateralen Seite des Beins verläuft.
- Schneiden Sie die Faszie in einer Linie mit dem Einschnitt ein und suchen Sie die Ebene zwischen dem lateralen Kopf des Musculus gastrocnemius und des Musculus soleus hinten und dem Musculus peroneus brevis und longus vorne.
- Muskeläste der Arteria peronea liegen mit dem Musculus peroneus brevis im proximalen Teil der Inzision und müssen ggf. ligiert werden.
- Suchen Sie den seitlichen Rand des Soleus und ziehen Sie ihn mit dem Gastrocnemius medial und nach hinten zurück. Darunter, von der Rückseite der Fibula ausgehend, befindet sich der Flexor hallucis longus.
Tiefe Dissektion
- Den unteren Anteil des Ursprungs des Musculus soleus vom Wadenbein lösen und nach hinten und medial zurückziehen.
- Lösen Sie den Musculus flexor hallucis longus von seinem Ursprung am Wadenbein und ziehen Sie ihn nach hinten und medial zurück.
- Die Dissektion medial über die Membrana interossea fortsetzen und die Fasern des Musculus tibialis posterior ablösen, die aus ihr entspringen. Die Arteria tibialis posterior und der Nervus tibialis liegen hinter der Dissektion und sind durch den Großteil des Musculus tibialis posterior und des Musculus flexor hallucis longus von ihr getrennt.
- Folgen Sie der Membrana interossea bis zum lateralen Rand der Tibia, lösen Sie die Muskeln, die subperiostal aus ihrer hinteren Oberfläche entspringen, und legen Sie ihre hintere Oberfläche frei.
Ansatzerweiterung
Proximale Erweiterung:
Der posterolaterale Tibia-Zugang kann nicht bis in das proximale Viertel der Tibia ausgedehnt werden, da der Musculus popliteus, die Arteria tibialis posterior und der Nervus tibialis eine proximale Dissektion verhindern.
Distale Erweiterung:
Der posterior-laterale Zugang zur Tibia kann distal verlängert werden, um mit dem posterioren Zugang zum Knöchel verbunden zu werden.
Gefahren
Zu den Strukturen, die beim posterolateralen Zugang zur Tibia gefährdet sind, gehören:
- Vena saphena parva: Sie kann bei der Mobilisierung der Hautlappen beschädigt werden. Obwohl die Vene nach Möglichkeit erhalten werden sollte, kann sie bei Bedarf ligiert werden, ohne den venösen Rückfluss aus dem Bein zu beeinträchtigen.
- Äste der Arteria peronea kreuzen die Intermuskuläre Ebene zwischen dem Musculus gastrocnemius und dem Musculus peroneus brevis. Sie sollten ligiert oder koaguliert werden, um postoperative Blutungen zu reduzieren.
- Die Arteria tibialis posterior und der Nervus tibialis sind sicher, solange die Operationsebene auf der Membrana interossea bleibt und nicht in eine Ebene hinter den Musculus flexor hallucis longus und Musculus tibialis posterior wandert.
Verweise
- Buch „Chirurgische Freilegungen in der Orthopädie“ – 4. Auflage.
- Campbells Buch „Operative Orthopaedics“, 12. Auflage.