Schwere Fälle von Lendenstenose erfordern oft eine Operation, um langfristige Linderung zu bringen. Die gängigsten Methoden sind Dekompression und Wirbelsäulenfusion – aber moderne Systeme wie das TOPS-Implantat bieten heute echte Alternativen. Hier erfährst du, welche Optionen wann sinnvoll sind.
Lendenstenose bedeutet, dass der Wirbelkanal im unteren Rücken zu eng wird. Dadurch werden Rückenmark oder Nervenwurzeln zusammengedrückt. Meist betrifft es den Bereich L1 bis L5.
Typische Symptome sind Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Beinen, die beim Gehen schlimmer und beim Sitzen besser werden. Viele Patienten berichten auch über Krämpfe, Müdigkeit im unteren Rücken oder Gleichgewichtsprobleme. In sehr schweren Fällen kann es sogar zu Problemen mit Blase oder Darm kommen – das ist aber selten.
Am häufigsten entsteht sie durch altersbedingten Verschleiß. Bänder verdicken sich, Knochenwucherungen (Osteophyten) entstehen, Bandscheiben wölben sich nach außen – all das verengt den Kanal.
Auch diese Faktoren können eine Rolle spielen:
Bevor ein Arzt zur OP rät, werden fast immer konservative Maßnahmen ausprobiert: Schmerzmittel, Physiotherapie, Spritzen, Rückentraining oder eine Bandage. Auch Lebensstiländerungen wie mehr Bewegung, weniger Rauchen und gesunde Ernährung sind wichtig.
Bei der Dekompression entfernt der Chirurg über einen kleinen Schnitt verdickte Bänder, Knochen oder Bandscheibenanteile, die auf Nerven drücken. Das schafft wieder Platz im Spinalkanal und lindert meist sofort den Druck.
Laut Studien berichten 85–90 % der Patienten nach einer Dekompressions-OP über deutlich weniger Beinschmerzen und bessere Beweglichkeit. Die meisten können am selben oder nächsten Tag nach Hause gehen. Die Erholung dauert in der Regel 3–6 Monate, abhängig vom Alter und der allgemeinen Fitness.
Jüngere Patienten unter 40 erholen sich oft schneller und zeigen langfristig stabilere Ergebnisse. Doch auch ältere Patienten profitieren deutlich – vor allem, wenn Bewegungstraining in die Reha integriert wird.
Bei der Fusion werden zwei oder mehr Wirbel dauerhaft miteinander verbunden – mit Schrauben, Stäben und Knochentransplantaten. So wird instabiles Gewebe stabilisiert und übermäßige Bewegung verhindert.
Die Heilung dauert länger, meist mehrere Monate, weil die Knochen zusammenwachsen müssen. Studien zeigen allerdings, dass die Kombination aus Dekompression und Fusion nicht immer bessere Ergebnisse bringt als Dekompression allein. Viele Patienten fühlen sich besser, aber der Effekt kommt oft eher von der Druckentlastung als von der Versteifung selbst.
Nachteilig ist, dass die Beweglichkeit der Wirbelsäule reduziert werden kann – meist nur leicht, aber dauerhaft. Deshalb sollte die Fusion nur dann gemacht werden, wenn tatsächlich eine Instabilität vorliegt, nicht routinemäßig bei jeder Lendenstenose.
Das TOPS-System ist ein modernes mechanisches Implantat, das nach einer Dekompression eingesetzt wird. Es stabilisiert den betroffenen Bereich, ohne die Beweglichkeit einzuschränken – ein klarer Vorteil gegenüber der klassischen Fusion.
Außerdem verringert es das Risiko, dass benachbarte Wirbel überlastet und geschädigt werden, was bei einer Fusion häufig vorkommt. Patienten erholen sich nach einer TOPS-Implantation meist schneller und können früher wieder arbeiten oder Sport treiben.
Mögliche Risiken sind – wie bei jeder Operation – Infektionen oder Komplikationen, falls das Implantat bei einem Sturz beschädigt wird. In seltenen Fällen kann sich das System im Laufe der Zeit verschieben, was eine Nachkorrektur erfordert.
Ob Dekompression, Fusion oder modernes Implantat – bei Lendenstenose hängt die richtige Wahl stark von deinem individuellen Fall ab. Dekompression bringt oft schnelle Linderung, Fusion stabilisiert bei Instabilität, und das TOPS-System kombiniert Stabilität mit Beweglichkeit.
Wichtig ist, dich gründlich beraten zu lassen und die Reha ernst zu nehmen. Mit der passenden Behandlung kannst du Schmerzen langfristig reduzieren und deine Lebensqualität deutlich verbessern.
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