Wenn du schon mal dieses nervige Ziehen im Nacken hattest, das bis in den Kopf oder zwischen die Schulterblätter zieht, kennst du vielleicht das Problem mit dem Semispinalis Capitis Muskel. Dieser tiefliegende Nackenmuskel spielt eine riesige Rolle beim Stabilisieren und Bewegen deines Kopfes – und wenn er Stress macht, spürst du das sofort im Alltag.
Der Semispinalis Capitis ist ein dicker, starker Muskel, der hinten im Nacken liegt. Er zieht von den oberen Brustwirbeln bis zum Hinterhauptbein, also zum unteren Teil deines Schädels. Seine Aufgabe ist es, deinen Kopf zu strecken, zu drehen und die Haltung zu stabilisieren – besonders, wenn du lange am Bildschirm sitzt.
Wenn dieser Muskel überlastet oder verletzt ist, kann das zu Schmerzen führen, die sich oft bis über den Hinterkopf ziehen. Viele beschreiben das als dumpf oder stechend – manchmal auch wie Spannungskopfschmerzen.
Typische Beschwerden sind Schmerzen am Hinterkopf, die sich nach oben oder zwischen die Schulterblätter ausbreiten. Meist fühlt es sich an wie ein tiefer Druck oder eine Art Muskelbrennen.
Weitere Symptome sind:
Diese Beschwerden können alltägliche Dinge wie Autofahren, Schlafen oder Arbeiten am Computer richtig unangenehm machen.
Die häufigste Ursache: schlechte Haltung. Vor allem der sogenannte „Handy-Nacken“ (wenn du ständig nach unten aufs Smartphone schaust) oder stundenlanges Arbeiten am Laptop belastet diesen Muskel enorm.
Weitere typische Auslöser:
Besonders Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen oder körperlich einseitige Arbeiten machen, sind betroffen.
Wenn du über längere Zeit Nackenschmerzen hast, solltest du unbedingt einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen. Der untersucht die Beweglichkeit deines Nackens, tastet den Semispinalis Capitis ab und schaut, ob der Schmerz ausgelöst werden kann.
Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT helfen, andere Ursachen wie Bandscheibenvorfälle oder Arthrose auszuschließen. Oft reicht aber schon die klinische Untersuchung, um den betroffenen Muskel zu identifizieren.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lassen sich diese Schmerzen gut behandeln – meistens ohne Operation. Wichtig ist eine Kombination aus gezielter Therapie, Bewegung und Selbsthilfe.
Ein Physiotherapeut zeigt dir Übungen, die deinen Nacken stärken, verspannte Muskeln dehnen und die Haltung verbessern. Manuelle Techniken helfen zusätzlich, die Spannung direkt aus dem Semispinalis Capitis zu lösen.
Wärme hilft, die Muskulatur zu entspannen. Eine Wärmflasche, ein warmes Bad oder ein Heizkissen tun oft Wunder. Bei akuten Verletzungen oder Entzündungen kann Kälte dagegen Schwellung und Schmerz lindern.
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können kurzfristig helfen. Bei stärkeren Beschwerden kann der Arzt Muskelrelaxantien oder spezielle Schmerzmittel verschreiben. Wichtig: Medikamente sollten nur unterstützend eingesetzt werden.
Diese Methoden können helfen, Triggerpunkte im Semispinalis Capitis zu lösen. Besonders Dry Needling oder manuelle Triggerpunkt-Therapie bringen oft schnelle Linderung.
Wenn der Schmerz chronisch bleibt, kann eine Injektion mit Lokalanästhetikum oder Kortison direkt in den Muskel helfen. Das unterbricht den Schmerzreiz und entspannt die Muskelfasern.
Vorbeugung ist das A und O. Mit ein paar einfachen Tricks kannst du den Semispinalis Capitis entlasten und künftige Schmerzen vermeiden.
Halte deinen Kopf aufrecht und vermeide es, lange nach unten zu schauen. Richte deinen Monitor auf Augenhöhe aus und stütze dich nicht ständig mit dem Kinn auf.
Mach regelmäßig kurze Pausen, dehne deinen Nacken und bewege dich. Schon kleine Übungen wie sanfte Kopfrotationen oder Schulterkreisen helfen enorm.
Nutze einen verstellbaren Stuhl, halte den Bildschirm auf Augenhöhe und achte auf eine aufrechte Sitzposition. So reduzierst du die Dauerbelastung des Semispinalis Capitis.
Viele spannen bei Stress unbewusst die Nackenmuskeln an. Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung helfen, den Druck rauszunehmen.
Ein zu hohes Kissen kann die Nackenmuskulatur überdehnen. Besser ist ein flacheres, ergonomisches Kissen, das Kopf und Nacken in einer Linie hält.
Wenn du trotz Bewegung, Wärme und Schmerzmitteln keine Besserung spürst oder die Schmerzen stärker werden, solltest du einen Arzt aufsuchen. Auch wenn Taubheitsgefühle, Schwäche in den Armen oder Gleichgewichtsprobleme auftreten, ist das ein Warnsignal.
Fieber, Gewichtsverlust oder plötzliche starke Schmerzen sind ebenfalls Gründe, sofort medizinische Hilfe zu suchen.
Semispinalis Capitis Schmerzen sind unangenehm, aber mit gezielter Behandlung und etwas Geduld meist gut in den Griff zu bekommen. Bewegung, Haltungskorrektur und regelmäßige Entspannung sind die besten Mittel, um langfristig schmerzfrei zu bleiben.
Wenn du frühzeitig auf deinen Körper hörst und aktiv etwas tust, kannst du Nackenschmerzen deutlich reduzieren – und deinen Alltag wieder ohne ständiges Ziehen oder Druck genießen.
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