Taping-Technik bei Plantarfasziitis

Die Plantarfasziitis-Taping-Technik bietet mechanische Unterstützung für den medialen Längsbogen und entlastet gleichzeitig die Plantarfaszie, wodurch eine optimale Umgebung für die Heilung des Gewebes und die Lösung der Symptome geschaffen wird.

Indikationen für Plantarfasziitis-Taping

Die Plantarfasziitis-Taping-Technik ist sowohl für akute als auch chronische Symptome von Plantarfasziitis, Fußgewölbeschmerzen und medialem Tibia-Stress-Syndrom (MTSS) indiziert. Besonders wertvoll ist die Technik während der Entzündungsphase der Plantarfasziitis, wenn direkter Druck und Dehnung auf die Plantarfaszie die Symptome verschlimmern. Es dient als Ergänzung zu anderen konservativen Behandlungen, einschließlich Dehnprotokollen, Kräftigungsübungen und Aktivitätsmodifikationen.

Therapeutischer Mechanismus

Die Hauptfunktion des Plantarfasziitis-Tapings besteht darin, das mediale Längsgewölbe strukturell zu stützen und dadurch die mechanische Belastung der Plantarfaszie bei belastenden Aktivitäten zu reduzieren. Indem das Band das Fußgewölbe in einer neutraleren Position hält, reduziert es die Zugkräfte, die während der Belastungsreaktions- und Abstoßphasen des Gangs auftreten. Durch diese mechanische Entlastung kann die entzündete Plantarfaszie heilen, während der Patient seine funktionellen Aktivitäten aufrechterhält.

Plantarfasziitis-Taping-Technik

Materialien und Vorbereitung

Das Plantarfasziitis-Taping erfordert ein 3,8 cm langes starres Klebeband (z. B. Leukotape P für längere Haltbarkeit) und einen 5 cm langen elastischen Klebeverband (EAB). Das starre Band sorgt für die primäre strukturelle Unterstützung, während das EAB für die sekundäre Verstärkung und Kantenbearbeitung sorgt. Zur Positionierung des Patienten gehört das Sitzen auf der Behandlungsbank, wobei der betroffene Fuß entspannt über der Kante steht und sichergestellt wird, dass sich der Fuß in einer neutralen, nicht belastenden Position befindet.

Technik

Primäre Umreifungsphase

Bei der ersten Anwendung wird der erste Riemen von lateral nach medial um den Mittelfuß gelegt, beginnend auf dem Rücken unterhalb der Basis des fünften Mittelfußknochens und endend auf dem Rücken unterhalb der Basis des ersten Mittelfußknochens. Diese Platzierung ist von entscheidender Bedeutung, da sie auf den Mittelfußbereich abzielt, in dem die Unterstützung des Fußgewölbes am effektivsten ist. Das Band sollte spannungsfrei um den Fuß gelegt werden – ein Ziehen am Band kann die Biomechanik des Fußes verändern und möglicherweise die Symptome verschlimmern.

Ein entscheidender Aspekt der Plantarfasziitis-Taping-Technik ist die Aufrechterhaltung eines Spalts zwischen den Tape-Kanten auf dem Fußrücken. Eine vollständige Umhüllung des Umfangs sollte vermieden werden, da dies zu einem Stauungseffekt führen und die Durchblutung beeinträchtigen kann. Das Überlappungsmuster umfasst vier bis fünf Riemen, wobei jeder nachfolgende Riemen den vorherigen um die Hälfte seiner Breite überlappt. Dadurch entsteht ein abgestuftes Stützsystem, das die Kräfte gleichmäßig über die Plantarfläche verteilt.

Terminalpositionierung

Die endgültige Positionierung des Gurtes erfordert eine sorgfältige Beachtung der anatomischen Orientierungspunkte. Der letzte Gurt darf nicht am Ursprung der Plantarfaszie am Fersenbein enden, da diese Platzierung einen Reizschwerpunkt bilden und den Zustand möglicherweise verschlimmern kann. Stattdessen kann sich der letzte Riemen bis zum Bereich des Innenknöchels erstrecken und so eine gerade Linienführung beibehalten, die die Bildung von Falten unter dem Fuß verhindert.

Das Taping sollte nicht wesentlich in den Fersenbereich hineinreichen und direkt hinter dem Ursprung der Plantarfaszie am Fersenbein enden. Diese Positionierung stellt sicher, dass das Band das Fußgewölbe stützt, ohne zusätzliche Spannung im empfindlichsten Bereich der Plantarfaszienbefestigung zu erzeugen.

Finishing-Techniken

Zur Sicherung der losen Enden auf dem Fußrücken werden zwei Sicherungsstreifen angebracht, wobei der zentrale Spalt erhalten bleibt, um eine Kompression in Umfangsrichtung zu verhindern. Die Umreifung wird mit einer oder zwei leicht aufgetragenen 5 cm dicken EAB-Schichten über dem vorhandenen starren Band abgeschlossen und endet am Rücken. Ein kleiner Streifen starres Klebeband kann die EAB-Kante sichern und so verhindern, dass sie sich während der Aktivität auflöst.

Funktionsbewertung

Nach der Anwendung des Plantarfasziitis-Tapings sollte der Patient bei belastenden Aktivitäten, einschließlich Gehen und gegebenenfalls Laufen, untersucht werden. Das Taping soll bei diesen funktionellen Bewegungen eine spürbare Linderung der Symptome bewirken. Bei Sportlern, die an Kontaktsportarten wie Rugby teilnehmen, kann es sein, dass das Taping während des Wettkampfs aufgrund der hohen mechanischen Belastungen verstärkt werden muss.

Klinische Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Anwendung des Plantarfasziitis-Tapings müssen einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Das Tape darf während der lateralen nach medialen Anwendung niemals unter Spannung gezogen werden, da dies die normale Biomechanik des Fußes verändern und möglicherweise die Symptome verschlimmern kann. Die Endpositionierung des Tapes ist ebenso wichtig – der Abschluss am calcanealen Ursprung der Plantarfaszie kann einen Brennpunkt für Reizungen und Therapieversagen schaffen.

Ärzte sollten auf Anzeichen einer Durchblutungsstörung achten, insbesondere bei Patienten mit Diabetes oder peripheren Gefäßerkrankungen. Der auf dem Fußrücken eingehaltene Spalt dient sowohl der Durchblutungskontrolle als auch der Sicherheit. Patienten sollten über Anzeichen einer Durchblutungsstörung aufgeklärt und angewiesen werden, das Klebeband zu entfernen, wenn Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Farbveränderungen auftreten.

Integration mit umfassender Behandlung

Die Technik des Plantarfasziitis-Tapings sollte als Bestandteil eines umfassenden Behandlungsansatzes betrachtet werden. Während es sofortige mechanische Unterstützung und Symptomlinderung bietet, sollte es mit der Behandlung zugrunde liegender biomechanischer Faktoren, Kraftdefizite und Flexibilitätseinschränkungen kombiniert werden. Das Tape kann die Teilnahme an therapeutischen Übungen erleichtern, indem es Schmerzen bei der Bewegung reduziert und so letztlich den Rehabilitationsprozess unterstützt.

Referenzen und mehr

  1. MacDonald, Rose. Taschenbuch der Taping-Techniken . 2. Auflage, Churchill Livingstone, 2010.
  2. Podolsky R, Kalichman L. Taping bei Plantarfasziitis. J Rücken-Muskel-Skelett-Rehabilitation. 2015;28(1):1-6. doi: 10.3233/BMR-140485. PMID: 24867905. Veröffentlicht

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