Eine Injektion mit Kortikosteroiden in den Ellenbogen wird bei akuter oder chronischer Kapsulitis angewendet, die Schmerzen im und um das Ellenbogengelenk verursacht.
Die Kapsel des Ellenbogengelenks enthält alle drei Gelenke – das Radiohumeralgelenk, das Radioulnargelenk und das Humeroulnargelenk. Der hintere Zugang in den kleinen Spalt zwischen der Spitze des Radiuskopfes und dem Capitulum humeri ist der sicherste und einfachste.
Um die Injektion in das Ellenbogengelenk durchzuführen, gehen Sie wie folgt vor:
Beginnen Sie frühzeitig, den Bewegungsumfang im Rahmen der Schmerzgrenze durch sanfte Dehnübungen, insbesondere in der Beuge, zu vergrößern. Passive Mobilisierungstechniken sind effektiv, um den vollen Bewegungsumfang zu erreichen, sollten aber mit Vorsicht angewendet werden, um das Gelenk nicht zusätzlich zu traumatisieren.
Ellenbogeninjektionen sind selten, können aber nach einem Trauma oder einer Fraktur des Radiusköpfchens sinnvoll sein. Liegen die Symptome an einem oder mehreren freien Gelenkkörpern im Gelenk, besteht die Behandlung in einer Mobilisierung unter starkem Zug. Verbessert sich dadurch die Beweglichkeit, bleiben die Schmerzen aber bestehen, kann eine Ellenbogeninjektion erwogen werden. Jugendliche mit freien Gelenkkörpern sollten zur chirurgischen Entfernung überwiesen werden.
Bei stark degeneriertem Gelenk kann Osteophytose am Gelenkrand vorliegen, die den Zugang mit der Nadel erschwert. Durch die Zugabe einer kleinen Menge der Lösung in die Kapsel kann der Arzt den Gelenkbereich mit minimalen Beschwerden für den Patienten punktieren. Manche Ärzte bevorzugen den posterioren Zugang zum Gelenk, bei dem die Nadel am oberen Ende des Olecranons eingeführt und schräg nach distal abgewinkelt wird. Dies ist jedoch etwas schwieriger durchzuführen.
Bei chronischer Sehnen- oder Schleimbeutelentzündung wird eine Injektion mit Kortikosteroiden in den Bizeps-Schleimbeutel und die Sehneneinführung angewendet.
Obwohl der Bizeps an jeder Stelle seiner Länge betroffen sein kann, ist der Ansatz am Tuberculum radii an der anteromedialen Seite des Radiusschafts besonders gefährdet. An dieser Stelle liegt ein kleiner Schleimbeutel, der zusammen mit der Sehne oder allein entzündet sein kann. Der Ansatz des Bizeps wird identifiziert, indem man dem Verlauf der Sehne distal der Ellenbogenfalte folgt, während der Patient der Beugung des Ellenbogens Widerstand leistet. Anschließend entspannt der Patient den Muskel, und der Tuberculum radii kann auf der ulnaren Seite des Radius palpiert werden, während der Unterarm passiv proniert und supiniert wird. Die Stelle ist immer sehr druckempfindlich, selbst bei einem normalen Ellenbogen.
Der Patient ruht sich aus, bis er schmerzfrei ist, bevor er mit einem schrittweisen Bizeps-Kräftigungs- und Dehnungsprogramm beginnt. Auch die Ursache der Überbeanspruchung sollte behandelt werden.
Die Unterscheidung zwischen Schleimbeutelentzündung und Sehnenentzündung ist oft schwierig. Wenn bei passiver Beugung und Pronation des Ellenbogens stärkere Schmerzen auftreten als bei Beugung gegen Widerstand und gleichzeitig eine extreme Palpationsempfindlichkeit besteht, ist die Schleimbeutelentzündung wahrscheinlicher die Ursache.
Bei Verdacht auf eine Doppelläsion zunächst die Schleimbeutelinfiltration durchführen und nach einer Woche erneut untersuchen. Bei Bedarf kann dann die Sehne injiziert werden.
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