Technik der Ellenbogeninjektion

Eine Injektion mit Kortikosteroiden in den Ellenbogen wird bei akuter oder chronischer Kapsulitis angewendet, die Schmerzen im und um das Ellenbogengelenk verursacht.

Ellenbogen-Injektionsausrüstung

  1. Spritze: 2,5 ml
  2. Nadel: Blau, 23 Gauge, 1,25 Zoll (30 mm)
  3. Kenalog 40: 30 mg
  4. Lidocain: 1,75 ml, 2 %

Verwandte Anatomie

Die Kapsel des Ellenbogengelenks enthält alle drei Gelenke – das Radiohumeralgelenk, das Radioulnargelenk und das Humeroulnargelenk. Der hintere Zugang in den kleinen Spalt zwischen der Spitze des Radiuskopfes und dem Capitulum humeri ist der sicherste und einfachste.

Ellenbogen-Injektionstechnik

Um die Injektion in das Ellenbogengelenk durchzuführen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Der Patient sitzt mit dem in Pronation bei 45 Grad Beugung gestützten Ellenbogen
  • Identifizieren Sie die Lücke in der Gelenklinie über dem Radiuskopf nach hinten, indem Sie den Ellbogen passiv in Beugung und Streckung bewegen
  • Führen Sie die Nadel in der Mitte der Gelenklinie parallel zur Oberseite des Radiuskopfes ein und durchdringen Sie die Kapsel
  • Injizieren Sie die Lösung als Bolus.

Nachbehandlung

Beginnen Sie frühzeitig, den Bewegungsumfang im Rahmen der Schmerzgrenze durch sanfte Dehnübungen, insbesondere in der Beuge, zu vergrößern. Passive Mobilisierungstechniken sind effektiv, um den vollen Bewegungsumfang zu erreichen, sollten aber mit Vorsicht angewendet werden, um das Gelenk nicht zusätzlich zu traumatisieren.

Hinweise

Ellenbogeninjektionen sind selten, können aber nach einem Trauma oder einer Fraktur des Radiusköpfchens sinnvoll sein. Liegen die Symptome an einem oder mehreren freien Gelenkkörpern im Gelenk, besteht die Behandlung in einer Mobilisierung unter starkem Zug. Verbessert sich dadurch die Beweglichkeit, bleiben die Schmerzen aber bestehen, kann eine Ellenbogeninjektion erwogen werden. Jugendliche mit freien Gelenkkörpern sollten zur chirurgischen Entfernung überwiesen werden.

Bei stark degeneriertem Gelenk kann Osteophytose am Gelenkrand vorliegen, die den Zugang mit der Nadel erschwert. Durch die Zugabe einer kleinen Menge der Lösung in die Kapsel kann der Arzt den Gelenkbereich mit minimalen Beschwerden für den Patienten punktieren. Manche Ärzte bevorzugen den posterioren Zugang zum Gelenk, bei dem die Nadel am oberen Ende des Olecranons eingeführt und schräg nach distal abgewinkelt wird. Dies ist jedoch etwas schwieriger durchzuführen.

Injektion in den Bizeps-Schleimbeutel und die Sehneneinführung

Bei chronischer Sehnen- oder Schleimbeutelentzündung wird eine Injektion mit Kortikosteroiden in den Bizeps-Schleimbeutel und die Sehneneinführung angewendet.

Ausrüstung

  1. Spritze:
    • Sehne, 1 ml
    • Schleimbeutel, 2 ml
  2. Nadel: Blau, 23 Gauge, 1 Zoll (25 mm)
  3. Kenalog 40:
    • Sehne, 10 mg
    • Schleimbeutel, 20 mg
  4. Lidocain:
    • Sehne, 0,75 ml, 2 %
    • Schleimbeutel, 1,5 ml, 2 %
  5. Gesamtvolumen:
    • Sehne, 1 ml
    • Schleimbeutel, 2 ml

Anatomie

Obwohl der Bizeps an jeder Stelle seiner Länge betroffen sein kann, ist der Ansatz am Tuberculum radii an der anteromedialen Seite des Radiusschafts besonders gefährdet. An dieser Stelle liegt ein kleiner Schleimbeutel, der zusammen mit der Sehne oder allein entzündet sein kann. Der Ansatz des Bizeps wird identifiziert, indem man dem Verlauf der Sehne distal der Ellenbogenfalte folgt, während der Patient der Beugung des Ellenbogens Widerstand leistet. Anschließend entspannt der Patient den Muskel, und der Tuberculum radii kann auf der ulnaren Seite des Radius palpiert werden, während der Unterarm passiv proniert und supiniert wird. Die Stelle ist immer sehr druckempfindlich, selbst bei einem normalen Ellenbogen.

Technik

  • Der Patient liegt mit dem Gesicht nach unten, den Arm ausgestreckt und die Handfläche flach. Fixieren Sie den Oberarm auf dem Tisch und pronieren Sie den Unterarm passiv vollständig. Dadurch wird die radiale Tuberositas nach hinten gedreht.
  • Identifizieren Sie den Tuberculum radii zwei Fingerbreit distal des Radiuskopfes
  • Führen Sie die Nadel senkrecht ein, um den Knochen zu berühren
  • Pfefferlösung in die Sehne oder als Bolus in den Schleimbeutel oder beides, je nach Bedarf.

Der Patient ruht sich aus, bis er schmerzfrei ist, bevor er mit einem schrittweisen Bizeps-Kräftigungs- und Dehnungsprogramm beginnt. Auch die Ursache der Überbeanspruchung sollte behandelt werden.

Die Unterscheidung zwischen Schleimbeutelentzündung und Sehnenentzündung ist oft schwierig. Wenn bei passiver Beugung und Pronation des Ellenbogens stärkere Schmerzen auftreten als bei Beugung gegen Widerstand und gleichzeitig eine extreme Palpationsempfindlichkeit besteht, ist die Schleimbeutelentzündung wahrscheinlicher die Ursache.

Bei Verdacht auf eine Doppelläsion zunächst die Schleimbeutelinfiltration durchführen und nach einer Woche erneut untersuchen. Bei Bedarf kann dann die Sehne injiziert werden.

Verweise

  1. Rowe CR. Injektionstechnik für Schulter und Ellenbogen. Orthop Clin North Am. 1988 Okt;19(4):773-7. PMID: 3174085 .
  2. Injektionstechniken in der muskuloskelettalen Medizin. Ein praktisches Handbuch für Kliniker in der Primär- und Sekundärversorgung. Fünfte Ausgabe

Noch zum Lesen..